Mit der erfolgreichen Anerkennung zweier Pflegefachkräfte aus dem Kosovo setzen die Arberlandkliniken ein deutliches Zeichen für die Integration von ausländischen Fachkräften in das deutsche Gesundheitssystem
Die Arberlandklinik Zwiesel kann sich über zwei neue, hochqualifizierte Pflegekräfte freuen: Shpend Kalanderi (25) und Erion Ramushi (21) haben erfolgreich das Anerkennungsverfahren zum Pflegefachmann abgeschlossen und dürfen nun als ausgebildete Pflegefachkräfte in Deutschland arbeiten. Diese Anerkennung stellt für die beiden Gesundheits- und Krankenpfleger aus dem Kosovo einen wichtigen Meilenstein dar.
„Beide waren ein absoluter Glücksfall für uns“, sagt Karin Neubauer, Pflegedienstleitung an der Arberlandklinik Zwiesel. „Sie haben ihr Anerkennungsverfahren noch nach dem alten Recht des Krankenpflegegesetzes durchgeführt, was für uns von zeitlichem Vorteil war.“ Die beiden jungen Männer hatten ihre Ausbildung in ihrem Heimatland Kosovo bereits abgeschlossen, aber um in Deutschland arbeiten zu können, mussten sie ihre Qualifikationen offiziell anerkennen lassen.
Ein anspruchsvolles Verfahren
Das Anerkennungsverfahren für ausländische Pflegekräfte ist in den letzten Jahren zunehmend komplexer geworden. Seit Juli 2023 ist das Bayerische Landesamt für Pflege (LfP) in Bayern für die zentrale Bearbeitung solcher Verfahren zuständig. Für Kalanderi und Ramushi bedeutete dies, dass sie mehrere Stationen in der Arberlandklinik Zwiesel durchlaufen mussten, um ihre Berufserfahrung und ihre Qualifikationen nach deutschen Standards zu bestätigen.
Kalanderi absolvierte neun Monate in der Unfallchirurgie und Inneren Medizin, während Ramushi acht Monate in der Inneren Medizin und Allgemeinchirurgie arbeitete. Beide hatten Gelegenheit, nicht nur ihre fachlichen Fähigkeiten zu vertiefen, sondern auch die Abläufe und Besonderheiten des deutschen Gesundheitssystems kennenzulernen.
Zukünftig können hier noch Einsätze in der stationären Langzeitpflege, der ambulanten Langzeitpflege, in der Psychiatrie und in der Pädiatrie dazukommen. Diese Einsätze müssen dann bei Kooperationspartnern erfolgen. Eine Alternative dazu ist die Kenntnisprüfung, für deren Vorbereitung die Anerkennungsteilnehmer dann einen Großteil ihrer Arbeitszeit theoretisch auf die Kenntnisprüfung vorbereitet werden.
„Mein Traum war es immer, in Deutschland zu leben und zu arbeiten. Hier bekommt man Wertschätzung und eine gute Bezahlung“, sagt Kalanderi, der 2023 seine Anerkennung begann und sich inzwischen bestens in die Strukturen der Klinik eingelebt hat. Ramushi, der erst im März 2025 als Teil des Teams dazukam, fügt hinzu: „Ich erhoffe mir hier eine bessere Zukunft und die Möglichkeit, meine Erfahrungen aus dem Kosovo in einem modernen Gesundheitssystem einzubringen.“
Sprachbarriere gemeistert
Ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur Anerkennung war das erforderliche Sprachzertifikat B2, das beide Pflegefachkräfte ablegen mussten. Diese Prüfung stellt eine hohe Hürde dar, da Pflegekräfte nicht nur fachliches Wissen, sondern auch die Fähigkeit, sich präzise mit Patienten und Kollegen auszutauschen, nachweisen müssen. Doch auch diese Herausforderung meisterten Kalanderi und Ramushi mit Bravour. „Beide haben sich schnell eingelebt – auch sprachlich“, berichtet Neubauer stolz. „Ihre Motivation war von Anfang an groß. Sie haben die Sprache nicht nur schnell erlernt, sondern sich auch in der praktischen Arbeit mit den Patienten hervorragend integriert.“
Ausbildungsplätze an den Arberlandkliniken
Die Arberlandklinik Zwiesel setzt verstärkt auf die Ausbildung eigener Fachkräfte und bietet an den Standorten in Viechtach und Zwiesel insgesamt rund 40 Ausbildungsplätze für den Ausbildungsberuf Pflegefachmann/-frau an. Kooperationen bestehen mit der Berufsfachschule für Pflege am Berufsbildungszentrum Zwiesel, der Pflegeakademie Bayerischer Wald in Grafenau und der Berufsfachschule Bad Kötzting.
Ein starkes Team mit langjähriger Erfahrung
Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arberlandkliniken haben bereits eine umfassende Berufserfahrung und tragen maßgeblich dazu bei, dass die Kliniken eine stabile, zuverlässige Pflegequalität bieten können. „Unsere langjährige Belegschaft ist ein großer Gewinn“, sagt Neubauer. „Sie sorgen dafür, dass neue Kollegen schnell in unser Team integriert werden.“
Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels zeigt sich Neubauer optimistisch, was die zukünftige personelle Entwicklung betrifft. „Wir haben ein gutes System der Ausbildung und Integration von neuen Mitarbeitern. Unsere Kliniken bietet nicht nur eine solide Ausbildung, sondern auch langfristige Perspektiven in einem freundlichen und unterstützenden Arbeitsumfeld.“
