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Arberlandklinik Zwiesel setzt auf Telemedizin für Neugeborene

Wertvolle technische Unterstützung in den ersten Minuten kann Leben retten



Die ersten Minuten nach der Geburt gehören zu den entscheidendsten Momenten im Leben eines Kindes. Rund drei von 1.000 Neugeborenen erleiden aufgrund eines Sauerstoffmangels während oder unmittelbar nach der Geburt eine moderate bis schwere Gehirnschädigung. Die Folgen können lebenslange Beeinträchtigungen oder sogar der Tod sein. Umso wichtiger ist eine schnelle und hochspezialisierte medizinische Versorgung. Die Arberlandklinik Zwiesel beteiligt sich deshalb als eine der ersten Geburtskliniken Bayerns am neuen Tele-Neugeborenen-Notarztdienst. Mit dem Projekt setzt die Klinik auf moderne Telemedizin, um die Versorgung von akut gefährdeten Neugeborenen weiter zu verbessern, und Familien in einer besonders sensiblen Situation bestmöglich zu unterstützen.

Bereits Anfang April 2026 startete das wissenschaftliche Evaluierungskonzept. Am 28. April 2026 wurden die beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die telemedizinische Konsilanfrage über das System „Teladoc“ geschult. Der offizielle Start des Dienstes erfolgte planmäßig zum 1. Juli 2026.

 

Mehr Sicherheit bei Diagnostik und Therapie

 

„Die Teilnahme an diesem zukunftsweisenden Projekt ist für uns ein wichtiger Meilenstein“, sagt Samartha Janwadkar, Chefärztin der Geburtshilfe an der Arberlandklinik Zwiesel. „Wir investieren bewusst in moderne digitale Versorgungsstrukturen, damit auch Familien im ländlichen Raum jederzeit von einer hochqualifizierten medizinischen Expertise profitieren können. Unser Ziel ist es, die bestmögliche Versorgung direkt vor Ort sicherzustellen. Mit der telemedizinischen Beratung können wir gemeinsam mit erfahrenen Spezialisten schnell und strukturiert handeln. Das verbessert die Behandlungsqualität erheblich und gibt unseren Teams zusätzliche Sicherheit.“

Ein weiterer großer Vorteil liegt in der Vermeidung unnötiger Verlegungen in Perinatalzentren. Können Neugeborene sicher vor Ort versorgt werden, bleibt ihnen häufig die belastende Trennung von ihrer Mutter unmittelbar nach der Geburt erspart. Gleichzeitig werden Familien in einer ohnehin emotionalen Ausnahmesituation entlastet und die Ressourcen des Neugeborenen-Notarztdienstes gezielter eingesetzt. „Neben der medizinischen Qualität steht für uns immer auch die Familie im Mittelpunkt. Wenn wir Mutter und Kind nicht voneinander trennen müssen, ist das ein großer Gewinn – sowohl medizinisch als auch menschlich. Genau darin sehen wir einen besonderen Mehrwert dieses Projekts“, ergänzt Leitender Oberarzt Dr. Josef Reitberger.

Das Projekt verfolgt mehrere zentrale Ziele: Die Überlebenschancen und Entwicklungsprognosen akut gefährdeter Neugeborener sollen verbessert, dauerhafte Schäden möglichst verhindert und Familien in belastenden Situationen unterstützt werden. Gleichzeitig werden die medizinischen Teams insbesondere in ländlichen Regionen durch die unmittelbare Verfügbarkeit spezialisierter Expertise entlastet. Langfristig ist vorgesehen, den Tele-Neugeborenen-Notarztdienst nach erfolgreichem Projektabschluss in die von den Krankenkassen finanzierte Regelversorgung zu überführen.

Landrat Dr. Ronny Raith zeigte sich bei einem Besuch an der Arberlandklinik von der Technologie und der bayernweiten Vorreiterrolle der Gynäkologie und Geburtshilfe begeistert: „Für Mutter, Kind, ärztliches Personal und Hebammen bedeutet der Tele-Neugeborenen-Notarztdienst einen zusätzlichen Gewinn von schnell verfügbarem, fundiertem Fachwissen. Das Projekt ist ein Best Practice-Beispiel und steht für eine weitere Qualitätsverbesserung bei der Behandlung.“

Mit ihrer Teilnahme unterstreicht die Arberlandklinik ihren Anspruch, moderne Medizin, digitale Innovation und eine wohnortnahe Versorgung auf höchstem Niveau miteinander zu verbinden. Das Projekt ist ein wichtiger Schritt, um die Sicherheit von Neugeborenen nachhaltig zu verbessern und Familien in einer der wichtigsten Phasen ihres Lebens bestmöglich zu begleiten.
 






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