Umbau der Zentralen Notaufnahme in der Arberlandklinik Zwiesel

Der am 19. April 2018 durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) gefasste Beschluss zu einem gestuften System der stationären Notfallversorgung gilt als Grundvoraussetzung dafür, dass Krankenhäuser auch zukünftig an der Notfallversorgung teilnehmen können.


  |   T.B.

Zwar verfügte man in der Arberlandklinik Zwiesel bereits über eine interdisziplinäre Notaufnahme, allerdings waren gewisse Maßnahmen notwendig, um weiterhin die im Beschluss gefassten neuen Anforderungen erfüllen und somit auch weiterhin die Notfallversorgung am Standort Zwiesel sicherstellen zu können. Erst kürzlich wurden nun auch die baulichen Richtlinien des G-BA umgesetzt, so dass am Donnerstag, den 01. April 2021, die neue Zentrale Notaufnahme (ZNA) an der Arberlandklinik Zwiesel in Betrieb genommen werden konnte und fortan als Anlaufstelle für Notfälle chirurgischer und internistischer Art fungiert.

Ein Teil der gesetzlichen Vorgaben war unter anderem die Schaffung von zusammenhängenden Räumlichkeiten, um eine verbesserte interdisziplinäre Versorgung gewährleisten zu können. Hierfür wurde die Notfall-Zufahrt in Richtung Osten neu gestaltet und ein Container-Anbau zur Unterbringung der Patientenaufnahme errichtet. Im Rahmen abschließender Bauarbeiten wird außerdem noch eine Lärmschutzwand für angrenzende Wohngebiete montiert. Insgesamt drei Jahre hatte man Zeit, um nach Bekanntgabe des Beschlusses zum Stichtag am 20. Mai 2021 alle geforderten Richtlinien umzusetzen und somit weiterhin als Notfallstandort zu gelten. „Wir haben uns bei den Planungen um eine pragmatische und effektive Lösung bemüht. So war es uns auch möglich, den engen Zeitplan einzuhalten ohne dass es zu Problemen bei der Notfallversorgung kommt. Es freut mich, dass jetzt alles so gut geklappt hat“, so Klinikvorstand Christian Schmitz.

Schon während der Übergangsphase und parallel zu den laufenden Bauarbeiten wurden in der Arberlandklinik Zwiesel interne Abläufe in der Notfallaufnahme Schritt für Schritt an den geforderten Zielzustand angepasst. „Die ZNA bildet nun eine zentrale Anlaufstelle für Notfälle internistischer und chirurgischer Art“, erklärt die ärztliche Leiterin der Zentralen Notaufnahme Dr. med. Daniela Waldhauser. Administrative, pflegerische sowie medizinische Prozesse können durch die Zentrale Notaufnahme weiter optimiert werden. Innerhalb von nur 10 Minuten nach Eintreffen eines Notfalls erfolgt eine strukturelle Ersteinschätzung zur Feststellung der medizinischen Behandlungsdringlichkeit. Je nach festgestellter Dringlichkeit erfolgt anschließend mit individuell angemessenem zeitlichem Abstand die interdisziplinäre, ärztliche und pflegerische Versorgung durch das Fachpersonal der Zentralen Notaufnahme. Sämtliche Untersuchungen und Behandlungen, welche für die Versorgung des Notfalls erforderlich sind, werden bereits in der Zentralen Notaufnahme durchgeführt oder in die Wege geleitet. Die administrative Aufnahme erfolgt erst nach durchgeführter Ersteinschätzung. „Dadurch gewinnen wir bei wirklich dringenden Notfällen vor allem eines, nämlich Zeit“, so Frau Dr. Waldhauser weiter. Die Versorgung von Notfällen erfolgt demnach nicht nach dem Zeitpunkt des Eintreffens, sondern strikt nach medizinischer Dringlichkeit. Sollte sich der Bedarf für eine stationäre Aufnahme herausstellen, erfolgen alle weiterführenden Untersuchungen dann im Verlauf des Klinikaufenthaltes.

Auch personell wurden die Rahmenbedingungen für einen Start zum 01. April 2021 teilweise verändert. Die ärztliche Leitung der Zentralen Notfallaufnahme liegt auch weiterhin bei der Leitenden Oberärztin Frau. Dr. med. Daniela Waldhauser, die Position des stellvertretenden ärztlichen Leiters der ZNA wird von Oberarzt Dr. med. Johann Stautner ausgeführt. Aus pflegerischer Sicht wird künftig übergeordnet Bernhard Hackl in neuer Funktion als Bereichsleitung Zentrale Notaufnahme/Ambulante Dienste tätig sein. Als bisheriger Leiter der chirurgischen Ambulanz in der Arberlandklinik Zwiesel übernimmt Florian Baumann die pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme. Die gesamte personelle Besetzung betreffend wird in der ZNA ein fest installiertes Pflegeteam mit qualifizierten Fachkräften für Notfallpflege beschäftigt sein.

Auch in der Arberlandklinik Viechtach wird seit über einem Jahr das vom G-BA geforderte System der gestuften stationären Notfallversorgung verfolgt. Aufgrund der bereits vorhandenen baulichen Voraussetzungen war hier allerdings nur eine organisatorische Anpassung erforderlich.

Die Gesamtkosten für die baulichen Maßnahmen an der Arberlandklinik Zwiesel belaufen sich voraussichtlich auf rund 2 Millionen Euro und der Umbau wurde fristgerecht fertiggestellt.



v.l. Bernhard Hackl (Bereichsleitung ZNA/Ambulante Dienste), Dr. med. Daniela Waldhauser (Leitende Oberärztin und ärztliche Leiterin der ZNA), Florian Baumann (Pflegerische Leitung der ZNA) in einem der neuen Behandlungsräume der Zentralen Notaufnahme




Zurück