Stellungnahme zur Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen

Die Vorstandsmitglieder der Klinik Kompetenz Bayern haben auf Initiative der Arberlandkliniken ein Schreiben hinsichtlich der Impflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen verfasst, welches über die Verantwortlichen der jeweiligen Kliniken an Bundes- und Landespolitiker, Landräte sowie Bürgermeister versendet werden soll. 



Mit dieser Initiative möchten wir die Verantwortlichen der Politik dringlich darauf hinweisen, dass eine einrichtungsbezogene Impfpflicht nicht nur im Rahmen der Pandemiebekämpfung zu kurz greift, sondern darüber hinaus, wie im Schreiben zu lesen, als „Bestrafung der Mitarbeiter“ in den Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen angesehen werden kann.

Dagegen möchten wir vorgehen, da wir uns nur dann gegen die Pandemie stemmen können, wenn wir alle Mitarbeiter „an Bord haben“, egal ob geimpft oder ungeimpft. Den genauen Wortlaut des Schreibens finden Sie im Folgenden.

Bleiben Sie gesund.

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Allgemeine Impfpflicht für alle!

Die Impfpflicht nur für die Beschäftigten im Gesundheitswesen gefährdet die Gesundheitsversorgung

Sehr geehrte/r Herr/Frau Abgeordnete/r Bürgermeister Landrat ….

Die vom Bundestag beschlossene Impflicht für die Beschäftigten im Gesundheitswesen mag ein weiterer Schritt in der Pandemiebekämpfung sein. Die Impfpflicht jedoch nur für unsere Beschäftigten im Gesundheitswesen empfinden wir als Schlag ins Gesicht.

Die überwiegende Mehrheit unserer Mitarbeiter/innen hat sehr früh Verantwortung übernommen und sich impfen und boostern lassen. Wir haben in unseren Einrichtungen Impfquoten, die weit über dem Durchschnitt der Bevölkerung liegen. Wir haben bisher mit kontinuierlichen Angeboten an unsere Beschäftigten und mit Aufklärung die Impfquote auf dieses hohe Niveau gebracht. Aber es gibt auch in unserer Belegschaft Mitarbeitende, die eine Impfung bisher abgelehnt haben und auch weiterhin ablehnen. Aufgrund der Rückmeldungen, die die Ankündigung der Impfpflicht ausgelöst haben, sehen wir, dass die jetzt gefassten Beschlüsse als „Bestrafung der Mitarbeiter“ in den Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen gesehen werden. Für unsere Beschäftigten ist die gesetzlich verordnete Impfpflicht nicht nachvollziehbar und kann von uns auch nicht erklärt werden, wenn gleichzeitig am 17.12.2021 von Mitgliedern der Regierungskoalition, wie dem Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Kubicki und der gesundheitspolitischen Sprecherin der FPD-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, verkündet wird, dass eine allgemeine Impfpflicht nicht durchsetzbar sei.

Alle Experten sind sich zwischenzeitlich einig, dass nur mit einer sehr hohen Impfquote die Pandemie eingedämmt werden kann. Die Impfpflicht nur für die in den Gesundheitseinrichtungen noch nicht geimpften Mitarbeiter/innen wird sicher nicht ausreichen, um die Infektionszahlen einzudämmen, zumal die Kliniken und Arztpraxen keine Infektionshotspots sind.

Die Rückmeldungen zeigen uns, dass wir mit Sicherheit auch nicht geimpfte Mitarbeiter verlieren werden, wenn die Impfpflicht in der jetzt beschlossenen Form nur für Beschäftigte im Gesundheitswesen durchgesetzt wird. Die ohnehin schon sehr prekäre Personalsituation in den Kliniken kann und wird sich dadurch weiter verschärfen und gefährdet die Gesundheitsversorgung.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen seit fast zwei Jahren kontinuierlich an und über die Grenze der Belastungsfähigkeit. Wir haben durch diese Belastungssituation schon Mitarbeiter/innen verloren, die sich diesen Belastungen nicht mehr stellen können. Mit der jetzt beschlossenen Impfpflicht nur für unsere Beschäftigten wird sich dieser Trend weiter beschleunigen.

Wir fordern Sie auf, sich mit aller Macht dafür einzusetzen, dass eine allgemeine Impfpflicht für die gesamte Bevölkerung schnellstmöglich beschlossen wird und zwar bevor die selektive Impfpflicht nur für Gesundheitseinrichtungen greift! Ohne diese allgemeine Impfpflicht wird unser System, welches sich bereits am Rande einer menschenunwürdigen Versorgung von Patienten befindet, kollabieren! Diese Verantwortung möchten und können wir nicht übernehmen. Unsere Beschäftigten haben Ihren Beruf gewählt, um allen Menschen, die zu uns in die Klinik kommen, zu helfen!

Unterstützen Sie uns, diese Aufgabe auch weiterhin auf dem gewohnt hohen Niveau wahrnehmen zu können. Wir brauchen sehr schnell eine Impfpflicht für alle, damit wir in den Kliniken dauerhaft wieder in der Lage sind, alle Patienten zu versorgen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder unter normalen Bedingungen arbeiten können.






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