Staatsminister Holetschek zu Besuch in der Arberlandklinik Viechtach

Kürzlich besuchte MdL Klaus Holetschek, Staatsminister für Gesundheit und Pflege, gemeinsam mit Landrätin Rita Röhrl die Arberlandklinik Viechtach. Anlass des Besuchs war die Aufnahme der Arberlandklinik Viechtach in das Jahreskrankenhausprogramm 2025, nachdem der Ausgangstermin im vergangenen Herbst pandemiebedingt nicht stattfinden konnte.



Erfreulicherweise wurde der Zuschuss zwischenzeitlich bereits vorzeitig in das Jahreskrankenhausprogramm 2022 aufgenommen, wodurch bereits im Laufe dieses Jahres die ersten Fördermittel abgerufen werden können. Der Freistaat bezuschusst den Bauabschnitt 4 an der Arberlandklinik Viechtach mit mindestens 38,23 Mio. Euro, wovon Fördermittel in Höhe von 1,05 Mio. Euro für 2022 freigegeben wurden. Bei der Bekanntmachung der vorgezogenen Förderung im Juli betonte Holetschek: „Die vorzeitige Umsetzung ist nicht nur ein positives Signal für die Versorgung in den Regionen, sondern unterstreicht einmal mehr, wie wichtig uns die Förderung unserer Krankenhäuser ist. Wir machen unsere Kliniken fit für die Zukunft und verbessern die stationäre Versorgung der Patientinnen und Patienten noch weiter“.

Im Bauabschnitt 4 des Umbaus und der Erweiterung der Arberlandklinik Viechtach ist geplant, die vier allgemeinen Pflegestationen mit allen Patientenzimmern und Nebenräumen neu zu gestalten und zu erweitern. Außerdem wird die Physiotherapie neu gebaut. Zum Abschluss der Gesamtmaßnahme steht die Erweiterung mehrerer Arzt- und Pflegediensträume und von Lager- und Archivräumen sowie des Neubaus der Küche und Cafeteria an. Nach Schätzungen werden bis zum Ende der Gesamtmaßnahme, voraussichtlich im Jahr 2029, knapp 105 Millionen Euro in die Modernisierung fließen. Über 70 Prozent davon trägt der Freistaat Bayern über Fördermittel. Die Gesamthöhe der Baukosten kann aufgrund der Baupreissteigerung im Moment noch nicht abgeschätzt werden. 

Die Verantwortlichen der Arberlandkliniken nutzten zudem die Gelegenheit um mit dem Staatsminister über aktuelle Probleme im Gesundheitswesen zu sprechen. Die aktuell steigenden Ausgaben durch Preissteigerungen in verschiedenen Bereichen, seien nicht mehr zu decken. Insbesondere wurden hier exemplarisch die Energiekosten genannt, im Jahr 2022 entstehen in diesem Bereich bis zu 700.000 Euro Mehrkosten. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Überbürokratisierung des Krankenhauswesens und der medizinischen Fachberufe. Die Versorgung der Patienten leide unter dem Dokumentationswahn. Man war sich einig, dass für viele Pflegekräfte nicht mehr alleine die Vergütung, sondern vor allem die Rahmenbedingungen z.B. ausreichende Zeit für Patienten, die wichtigsten Faktoren sind. Seitens der ärztlichen Vertreter wurde ergänzt, dass im Moment politisch ständig höhere Anforderungen an die Strukturqualität gestellt werden, statt sich die tatsächliche Ergebnisqualität anzusehen. Wünschenswert wäre es, dass im Vordergrund das Ergebnis der Behandlung stehe und der Patient zufrieden sei. Aktuell werden viele Änderungen in Kliniken im ländlichen Raum auf der Grundlage großer Kliniken in Großstädten geplant. In Folge dessen, werden Qualitätsmanagementstandards so angepasst, dass kleinere Kliniken diese nicht mehr erfüllen können und zum Verzicht auf ganze Leistungsbereiche oder sogar zur Schließung gezwungen sind. 

Der Minister zeigte sich verständnisvoll und betonte, „ich bin auf Ihrer Seite“. Die genannten Kritikpunkte werden jedoch auf Bundesebene entschieden und hier seien auch ihm von Seiten des Freistaates die Hände gebunden. Auf Freistaatebene sei er jederzeit für Verbesserungsvorschläge offen. Für die Verantwortlichen wichtig war die Erkenntnis, dass der Staatsminister die Situation in den Kliniken sehr realistisch einschätzen konnte. Erfreulicherweise kritisierte Holetschek noch am Wochenende den Bund in verschiedenen Medien: „Der Bund hat den Ernst der Lage offenbar immer noch nicht erkannt, denn es rührt sich bislang nichts in Berlin. Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Kliniken einfach ihrem Schicksal überlassen werden. Wir brauchen leistungsfähige Krankenhäuser, um die Versorgung der Bevölkerung dauerhaft sicherzustellen! Der Bund muss endlich handeln und für eine kurzfristige Kompensation der Mehrkosten sorgen.“

Abschließend folgte ein kurzer Rundgang durch die Zentrale Notaufnahme der Arberlandklinik Viechtach.

Auf dem Bild zu sehen: v.l.n.r Vorstand Christian Schmitz, Landrätin Rita Röhrl, MdL Klaus Holetschek, stv. Ärtztlicher Direktor der Arberlandklinik Zwiesel Christian Walter, Pflegedienstleitung Angela Schwarz, Verwaltungsleitung der Arberlandklinik Viechtach Christine Kollmaier und Ärtztlicher Direktor der Arberlandklinik Viechtach Dr. Günther Schmerbeck






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