Vorstellung des Jahresergebnisses 2016

„Vorsichtig erfreulich“, war der Grund des Pressetermins am heutigen Montag in der Arberlandklinik Zwiesel. Gemeinsam stellen Landrat und Verwaltungsratsvorsitzender Michael Adam und Vorstand Christian Schmitz das Jahresergebnis der Kliniken für das Jahr 2016 vor. Dieses weist einen Jahresüberschuss von 435.000 Euro aus.


  |   Stephanie Blüml

Eingeführt haben Adam und Schmitz in den Termin mit einem Rückblick zu Adams Amtszeit als Verwaltungsratsvorsitzender in den Kliniken. Das Kommunalunternehmen sei eine Landkreis-Tochter, die den Landrat in seiner Amtszeit sehr beschäftigt habe. Sei es das hohe Defizit gleich zu Beginn seiner Tätigkeit als Landrat, die damit verbundenen Übernahmegerüchte aus dem Landkreis Deggendorf, ein Vorstandswechsel sowie die Schließung und Wiedereröffnung der Geburtshilfeabteilung der Arberlandklinik Zwiesel. Zudem wurde das MVZ Arberland mit mittlerweile drei Standorten aufgebaut und es gab Umbaumaßnahmen an beiden Kliniken. Die beiden Häuser seien mittlerweile wirtschaftlich stabil und auch mit dem MVZ habe man die Häuser zukunftsfähig aufgestellt.

„Die positive Bilanz für das Jahr 2016 ist einerseits auf die Leistungssteigerungen im Haus Zwiesel, andererseits auf den deutlich erhöhten Case Mix Index in beiden Häusern zurückzuführen“, resümiert Vorstand Christian Schmitz. Der Case Mix Index (CMI) beschreibt die durchschnittliche Schwere der Patientenfälle, die auch entsprechend vergütet werden. In Zwiesel gab es 2016 insgesamt 8752 (vgl. zum Vorjahr + 435) stationäre und 15.548 (vgl. zum Vorjahr +789) ambulante Fälle, in Viechtach waren es 6.406 (vgl. zum Vorjahr -123 Fälle) stationäre und 21.731 (vgl. zum Vorjahr + 1.418) ambulante Fälle.

Neben den nicht-gedeckten Vorhaltekosten der Geburtshilfe (2016 insgesamt 777.888,82 €), belasten die Kliniken vor allem Mehrleistungsabschläge: Im Jahr 2016 waren dies insgesamt über 1,5 Millionen Euro Rückzahlungen an die Krankenkassen. Auch 2017 und 2018 werden diese das Kommunalunternehmen stark belasten. Im Gesundheitssystem werden Mehrleistungen gegenüber dem Vorjahr mit einem Mehrleistungsabschlag versehen, das heißt für diese Leistungen erhalten Kliniken drei Jahre lang nur 75% der Erlöse.

Für das kommende Jahr steht den Arberlandkliniken neben allen weiteren Herausforderungen des Gesundheitswesens die größte Umstrukturierung seit 2003 bevor: Aufgrund von Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz werden von rund 330 Mitarbeiterin, die über eine Service GmbH beim Unternehmen beschäftigt sind, 220 in den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst überführt. Damit verbunden sind für diese Mitarbeiter eine erhebliche Gehaltssteigerung, sowie eine zusätzliche Altersabsicherung. Dies betrifft vor allem alle Mitarbeiter der Pflege, Medizinische Fachangestellte und Verwaltungspersonal. Allein mit diesem Schritt kommen auf die Arberlandkliniken jährlich Mehrkosten in Höhe von rund 770.000 Euro zu, die schon jetzt schwer refinanzierbar sind.

So blickt auch Vorstand Christian Schmitz nur vorsichtig positiv in die Zukunft. Neben dem immer schärfer werdenden wirtschaftlichen Druck im Gesundheitswesen, werde es immer schwieriger geeignetes Fachpersonal zu gewinnen. „Wir werden zukünftig immer größere Mühen in die Gewinnung dieser Fachkräfte stecken müssen“, weiß Schmitz. „Mit der Übernahme aller pflegerischen Mitarbeiter in den öffentlichen Dienst möchten wir damit auch das Signale nach außen senden, dass wir uns über Bewerbungen jederzeit freuen.“

Das Ziel der Arberlandkliniken ist klar: Weiterhin eine zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung des Landkreises spielen. So seien wichtige Themen der Ausbau der Leistungen, die über das Medizinische Versorgungszentrum Arberland abgewickelt werden und damit verbunden auch die Etablierung eines Facharztzentrums an der Arberlandklinik Viechtach. Zudem werde sich die Innere Medizin in Viechtach mit dem Ruhestand von Chefarzt Dr. Jakob Popp 2018 neu organisieren müssen. Der erste Schritt sei mit dem Ausbau der Kardiologie und der Einstellung des Sektionsleiters Dr. Ulrich Valta-Seufzer bereits eingeleitet.

In Zwiesel möchte man die Leistungssteigerungen weiter so beibehalten. Auch hier wird fortlaufend in das Haus investiert. Alleine 2016 gab es Investitionen in die Hubschrauberlandestelle (ca. 475.000 Euro), die Gebäudeleittechnik, eine Mittelspannungsanlage, den Sonnenschutz sowie den Umbau eines ehemaligen OPs.

Was nun mit dem Überschuss von 435.000 Euro passiere? Alleine rund 200.000 Euro fließen in das MVZ Arberland, der Rest wird an verschiedenen Stellen für Investitionen, wie z.B. eine neue Patientenüberwachung auf der Schlaganfallstation in Zwiesel (ca. 100.000 €) genutzt. Zudem werden ab Ende 2017 elektrische Patientenbetten in beiden Kliniken eingeführt, was in den nächsten fünf bis zehn Jahren insgesamt 1,2 Mio. Euro Eigeninvestitionen für die Arberlandkliniken bedeuten wird.

„Ich möchte an dieser Stelle, auch einen großen Dank an alle unsere Mitarbeiter aussprechen“, so der Vorstand abschließend. „Ohne den Einsatz jedes Einzelnen hätten wir die Mehrleistungen nicht stemmen können. Auch deswegen möchten wir ein Signal setzen und die Mitarbeiter mit mehr Personaleinsatz belohnen“. Alleine 2016 wurden so 24 Vollkräfte mehr eingesetzt, als noch im Vorjahr.



Landrat Michael Adam und Vorstand Christian Schmitz




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