Höhepunkte meiner Hebammen-Ausbildung

"Mein Name ist Laura Hermann, ich bin werdende Hebamme und die erste Stipendiatin des Hebammen-Förderprogramms der Arberlandkliniken. Nachdem ich in meinen ersten zwei Beiträgen über die Strukturen meiner Ausbildung und den Beruf der Hebamme berichtet habe, möchte ich dieses Mal von den Höhepunkten meiner Ausbildung in den vergangenen Monaten erzählen...



... Ich befinde mich mittlerweile im zweiten Jahr der Ausbildung, das grundsätzlich ein sehr schönes ist. Die aufregende und anstrengende Anfangszeit ist vorbei. Man kennt die Klinik, die Kollegen, man wird im Tun zunehmend sicherer und der Umgang mit den Frauen fällt immer leichter. Es werden einem mehr Aufgaben übertragen und man darf selbstständiger arbeiten. Das Examen an sich ist jedoch noch in angenehmer Entfernung, auch wenn das Wort bereits häufiger fällt.

Ein absoluter Höhepunkt meiner Ausbildung fand im August statt. Meine Klasse durfte mit unseren Lehrerinnen auf Studienfahrt nach Füssen ins Allgäu. Eine Geburt wird häufig mit einer Bergwanderung verglichen. In beiden Fällen ist das Atmen wichtig, sein Tempo zu finden, Schritt für Schritt kommt man dem Ziel näher, es müssen körperliche Grenzen überwunden werden und am Ende wartet eine Belohnung. Und so machten wir uns bei strahlendem Wetter auf zum Osterfelderkopf um dieses „Geburtserlebnis“ nachzuempfinden, was uns allen in unterschiedlicher Intensität auch gelang. Außerdem empfing uns auf der Studienfahrt Ingeborg Stadelmann, die sich als Hebamme, Autorin und Mitbegründerin der Bahnhofsapotheke einen Namen gemacht hat, in Kempten. Sie gewährte uns einen Einblick in die Herstellung ihrer Produkte, die über die Bahnhofsapotheke verkauft werden, sowie in das Geburtshaus in dem sie lange tätig war und nach einem lebendigen Vortrag über ihren Werdegang und die natürliche Geburtshilfe beantwortete sie geduldig alle unsere Fragen. Eine spannende Begegnung!

Genauso spannend und ein weiterer Höhepunkt war mein fünfwöchiges Externat im Oktober. Das Externat ist ein offizieller Teil der Hebammenausbildung, bei dem die Auszubildende eine freiberufliche Hebamme bei der Arbeit begleitet. Der Schwerpunkt des Externats war das außerklinische Wochenbett. Im Krankenhaus werden Frauen und ihre Neugeborenen nur wenige Tage nach der Geburt betreut und so war das Externat eine wunderbare Möglichkeit zu lernen, wie es nach dem Klinikaufenthalt für Mutter und Kind weitergeht und welche Fragestellungen dann aktuell werden. Außerdem gewährte mir meine Externatshebamme einen Einblick in ihre Organisation, Dokumentation und Abrechnung. Die fünf Wochen waren für mich gelebter Hebammenalltag und ein sehr schöner Ausblick auf meine Zukunft.

Apropos Ausblick: während meines letzten längeren Aufenthalts zuhause durfte ich einen Tag im Kreißsaal der Arberlandkliniken hospitieren und meinen zukünftigen Arbeitsplatz näher kennenlernen. Leider fand während des Dienstes mit der leitenden Hebamme Simone Deininger und dem Chefarzt der Gynäkologie Dr. Reitberger keine Geburt statt, dafür nutzen wir die Zeit für Organisatorisches und gute Gespräche. Ein Stipendium durch das Hebammen-Förderprogramm bedeutet nämlich nicht nur finanzielle Unterstützung während der Ausbildung und einen sicheren Arbeitsplatz nach dem Examen, sondern auch eine kontinuierliche Betreuung und Begleitung durch die Verantwortlichen der Arberlandkliniken."

Vielen Dank unsere Stipendiatin Laura Hermann für die tollen Einblicke in Ihre Hebammen-Ausbildung!

Weitere Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier.



Laura Hermann mit ihrer Klasse nach der erfolgreichen Besteigung des Osterfelderkopfs




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