Ein ehrenamtlicher Engel für die Arberlandklinik Viechtach

Es ist Mittwochmorgen und der Wecker klingelt. Für Franziska Baumann, die sich eigentlich schon seit 2017 im wohlverdienten Rentenstand befindet, ist das Geräusch des Weckers jedoch gleichbedeutend mit dem Startschuss in einen neuen Arbeitstag. Die ehemalige Krankenschwester hat sich dazu entschieden, auch in ihrer Rente noch als ehrenamtliche Helferin in der Arberlandklinik Viechtach tätig zu sein.


  |   Thomas Bischoff

Seit Januar 2019 ist Franziska Baumann einmal wöchentlich in der Arberlandklinik Viechtach auf Station 4 als ehrenamtliche Krankenschwester tätig. „Mir gefällt die Arbeit und ich mache sie einfach gerne“, erklärt die 65-Jährige ihr Vorgehen. Gut, dass Frau Baumann ihr Handwerk durchaus versteht und auch nicht unbe-kannt auf ihrer ehemaligen Station ist. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester in Wasserburg am Inn, startete die gebürtige Mitterdorferin (Gemeinde Prackenbach) 1978, damals noch im alten Gebäude des Kreiskrankenhauses Viechtach, ins Berufsleben. Nachdem 1984 der Neubau der jetzigen Arberlandklinik fertiggestellt wurde, war sie dort drei Jahre auf der Intensivstation tätig. In 1987 wechselte sie dann auf Sta-tion 4, wo sie fortan bis zur Erreichung des Rentenalters im Einsatz war.

„Ich fühle mich noch immer fit und in der Lage etwas zu tun. Da ich auch im Ruhestand unbedingt noch et-was machen wollte und es mir ein großes Anliegen ist, etwas an die Gesellschaft zurückzugeben, war meine Entscheidung schnell gefällt.“ Aufgrund eigener Erfahrung weiß Franziska Baumann, dass vor allem in den heutigen Zeiten Unterstützung in der Pflege dringend notwendig ist. Die Pflegerinnen und Pfleger auf Station 4 freuen sich immer, wenn die 65-jährige vorbeikommt und nehmen ihre Hilfe gerne und dankend an.

Franziska Baumann versucht als helfende Hand ein vor allem die jungen Pflegekräfte zu unterstützen. „Ich habe jetzt viel mehr Zeit als früher, da ich nicht mehr an die zahlreichen bürokratischen Vorgaben gebunden bin und die Arbeit sozusagen in meinem Tempo angehen kann“, erklärt sie. Auch im Sinne der Patienten istFranziska Baumann eine wertvolle Bereicherung für die Station. Ihr Fokus liegt voll und ganz auf der sozia-len Interaktion mit den einzelnen Patienten. Sie steht gerne für ein persönliches Gespräch zur Verfügung und kann dank eigener Zeiteinteilung auch intensiver auf die jeweiligen Bedürfnisse der Patienten eingehen.

Auf die wöchentliche Unterstützung von Frau Baumann können sich die Pflegerinnen auf Station 4 voll und ganz verlassen. Einzig wenn die Enkelkinder zu Besuch kommen, setzt sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit aus oder verschiebt sie auf einen anderen Tag in derselben Woche. Auch privat gibt es für die 65-jährige eigent-lich immer etwas zu tun. Neben gelegentlichen Waldarbeiten pflegt Baumann eine kleine Landwirtschaft, die natürlich auch versorgt sein will und seine täglichen Arbeiten mit sich bringt. Umso höher ist es der ehrenamtlichen Helferin anzurechnen, dass sie zusätzlich zu diesen Aufgaben noch die Zeit findet, anderen ihre Unterstützung anzubieten. „Im Grunde muss jeder für sich selbst entscheiden, wie er die Zeit nach dem Arbeitsleben gestaltet. Für mich ist es wichtig, dass es ehrenamtliche Helfer gibt. Deshalb mache ich es gerne“, schließt sie das Gespräch ab.

Ehrenamt in den Arberlandkliniken

Dem im Zuge des demografischen und sozialen Wandels steigenden Bedarfs an pflegerischen Leistungen steht ein Mangel an Pflegepersonal gegenüber. Dies macht deutlich, dass Ehrenamt im sozialen Bereich und gerade in der Pflege immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Ehrenamtliches Engagement hat gerade im sozialen Bereich eine lange Tradition, ist weit verbreitet – findet jedoch in vielen Bereichen noch immer nicht die notwendige Beachtung. Im Zuge immer knapper werdender Mittel der öffentlichen Haushalte gerade im Gesundheits- und Sozialbereich, durchlässiger gewordener familiärer Netzwerke und dem zunehmenden Bedarf an Hilfe, gerade im höheren Lebensalter, ist die freiwillige Unterstützung von Bürgern, die sich mitverantwortlich fühlen eine tragende Säule für das Zusammenleben im Gemeinwesen.

Wer Freude am Umgang mit Mitmenschen hat und sich gut in andere einfühlen kann, ist bei den Arberland-kliniken als ehrenamtlicher Helfer herzlich willkommen. Die Verantwortlichen freuen sich über Unterstüt-zungsleistungen wie beispielsweise bei Stationsassistenz, Besuchsdienst, Lotsendienst (Patientenempfang und Hilfe bei Verlassen der Klinik), Demenzbegleitung oder Bücherdienst. Mit dem herausragenden Engagement ehrenamtlicher Helfer, wie Frau Baumann es bereits vorlebt, werden die zukünftigen Aufgaben leichter zu gestalten sein. Für weitere Informationen zum Ehrenamt in den Arberlandkliniken steht die Pflegedienstleitung der Arberlandkliniken Angela Schwarz (pdl@arberlandkliniken.de) allen Interessierten gerne zur Verfügung.



Franziska Baumann bei ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit auf Station 4 der Arberlandklinik Viechtach




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