"Ausbildungs-Endspurt"

Die erste Stipendiatin des Förderprogramms "Hebamme/Entbindungspfleger Arberland", Laura Hermann, schreibt regelmäßig Berichte über ihre laufende Ausbildung, die sich schon langsam einem Ende neigt. Den aktuellen Bericht finden Sie hier.



„Mein Name ist Laura Hermann, ich bin werdende Hebamme und die erste Stipendiatin des Hebammen-Förderprogramms der Arberlandkliniken. Ich habe meine Ausbildung zur Hebamme im April 2016 begonnen und seitdem in kurzen Beiträgen bereits über deren Struktur, die besonderen Höhepunkte der Ausbildung und warum für mich der Beruf der Hebamme so lernenswert ist, berichtet. Dieses Mal möchte ich gerne den Umfang der Ausbildung Revue passieren lassen und Sie mit auf den Weg Richtung Examen nehmen.

1600 Stunden theoretischer Unterricht und 3000 Stunden praktisches Arbeiten lagen am Anfang der Ausbildung vor mir. Ich konnte mir kaum vorstellen, dass diese Zahlen jemals kleiner werden würden. Nun ist es soweit, ich befinde mich auf der Zielgeraden und in vier Monaten beginnt die Examenszeit. Während der theoretische Unterricht immer an meiner Hebammenschule stattfand, wechselten die praktischen Einsatzorte und Stationen häufiger.

Dazu zählen in erster Linie die beiden Kreißsäle in denen ich für meine geburtshilfliche Ausbildung eingesetzt war. Bei dem ersten Kreißsaal handelte es sich um einen Kreißsaal in einer Level-1-Klinik mit knapp 2000 Geburten jährlich, der zweite Kreißsaal gehörte zu einer Geburtsklinik, dort werden jährlich etwas mehr als 700 Kinder geboren. Die Idee, während der Ausbildung einen großen und einen kleinen Kreißsaal kennenzulernen, ist sehr sinnvoll. Auch wenn es sich prinzipiell um die gleiche Tätigkeit handelt, sind Abläufe, Zuständigkeiten und Arbeitsweisen doch sehr unterschiedlich. Zu der geburtshilflichen Ausbildung zählen unter anderem die Aufnahme einer Schwangeren im Kreißsaal, die Begleitung während der Wehen, die Leitung einer Geburt, das Erkennen von Komplikationen und das Betreuen von Kaiserschnitten.

Zwei lange Einsätze hatte ich auch auf der Wochenbettstation. Hier lernte ich wie ich die frisch gebackenen Mütter und ihre Neugeborenen die ersten Tage nach der Geburt im Krankenhaus betreue. In einem weiteren Einsatz wurde mir auf der Neugeborenen-Intensivstation der Umgang mit Frühgeborenen und kranken Neugeborenen gezeigt. Außerdem durfte ich einem Pränataldiagnostiker bei Ultraschalluntersuchungen über die Schulter schauen und über fünf Wochen wurden mir im OP die dortigen Strukturen und vor allem die Hygienebestimmungen nähergebracht, was für die Betreuung von Kaiserschnitten sehr wichtig ist. Abschließend ist noch der mehrwöchige Pflegeeinsatz zu nennen, bei dem ich auf der gynäkologischen Station in die allgemeine Krankenpflege eingearbeitet wurde.

Ergänzend zu den praktischen Wochen im Krankenhaus waren auch zwei Externate Teil meiner Ausbildung. Während dieser Zeit begleitet man eine freiberufliche Hebamme außerhalb der Klinik bei ihrer Arbeit. Der Schwerpunkt des ersten Externates war das außerklinische Wochenbett. Das zweite Externat, das ich diesen Sommer in einem Geburtshaus gemacht habe, beschäftigte sich hauptsächlich mit der Schwangerenvorsorge, verschiedenen Kursangeboten und der außerklinischen Geburt.

Die zahlreichen verschiedenen Einsätze waren jedes Mal wieder eine Herausforderung. Innerhalb kürzester Zeit musste ich mich in ein neues Team einfügen, an andere Abläufe und Arbeitszeiten gewöhnen, sehr viel neues Wissen aufnehmen und anschließend wartete auch immer ein Abschied auf mich. Trotzdem sind die unterschiedlichen Ausbildungsbereiche und das breite Spektrum der Einsätze mit gutem Recht verpflichtend wenn man Hebamme werden möchte, denn neben dem großen fachlichen Wissenszuwachs fördern sie auch die eigene Flexibilität, Kommunikation und Stressresistenz. Lauter Dinge die ich sowohl als Hebamme als auch für die kommende Zeit sehr gut gebrauchen kann.

Ab Mitte Dezember starten die praktischen Examensprüfungen, zu der die Aufnahme einer Schwangeren im Kreißsaal, eine Geburt und ein Wochenbettbesuch gehören, im Februar folgen die schriftlichen Prüfungen und den Abschluss bildet das mündliche Examen Mitte März. Vor der Zeit habe ich Respekt und es wartet noch sehr viel (Lern-)Arbeit auf mich, aber ich fühle mich gut ausgebildet und bin sehr zuversichtlich, dass ich bei meinem nächsten Bericht als Hebamme im Kreißsaal der Arberlandklinken tätig sein werde.“

Wir wünschen Frau Hermann weiterhin alles Gute und viel Erfolg für Ihre Examensprüfungen.

Alle Informationen zu unserem Förderprogramm "Hebamme/Entbindungspfleger" finden Sie unter Beruf und Karriere.



Laura Hermann während ihres zweiten Externates auf dem Weg zu einer Geburt im Geburtshaus




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