Hilfstransport in die Ukraine

Nach einem knapp 30-stündigen Gewaltakt konnte der gemeinsame Hilfstransport von Freiwilligen der Arberlandkliniken und der Arberland regio GmbH erfolgreich abgeschlossen werden. Anbei ein kurzer Erfahrungsbericht sowie Eindrücke von der Situation vor Ort.



Nachdem unsere Personalratsvorsitzenden letzte Woche gemeinsam mit unserer Technischen Abteilung und der Logistik und der Küche tatkräftig an der Vorbereitung des Hilfstransports beteiligt waren und dabei Hilfsgüter unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch der Arberlandkliniken zusammengestellt haben, konnten am Freitag Vormittag vier Fahrzeuge beladen und für den Transport vorbereitet werden.

Samstag Nacht um 2.30 Uhr startete unser Konvoi dann mit 8 freiwilligen Fahrern in Richtung Ukraine und koppelte in Regen mit weiteren vier voll beladenen Fahrzeugen der Arberland regio GmbH unter Leitung von Geschäftsführer Herbert Unnasch. Gegen 14.30 Uhr wurde dann nach knapp 950 km Strecke, vorbei an Passau, Linz, Wien und Budapest der Grenzübergang Zahony an der ungarisch-ukrainischen Grenze erreicht. Leider wurde es dann von ungarischer Seite sehr bürokratisch und unser Konvoi musste sich aufteilen, da vier der Fahrzeuge als Leihfahrzeuge nicht mit einem Original-Fahrzeugschein ausgestattet waren und die Grenze nicht überfahren durften, obwohl die wartenden Lkw unserer ukrainischen Partner nur wenige hundert Meter im Niemandsland zwischen Ungarn und der Ukraine warteten. Nach knapp 90 Minuten Wartezeit an der Grenze und einer halben Stunde Entladung mussten unsere Mitarbeiter dann bei der Einreise nach Ungarn erneut zwei Stunden Geduld aufbringen, bis unsere wartenden Fahrzeuge umgeladen werden konnten und die frisch beladenen Fahrzeuge ein zweites Mal in Richtung Ukraine unterwegs waren. Gegen 22 Uhr war dieser nervenaufreibende Prozess dann abgeschlossen und die ukrainischen Lkw konnten  die Hilfsgüter nach Skole bringen, von wo aus diese verteilt werden. In Skole und Umgebung, einem Ort mit ca. 6.000 Einwohner werden aktuell knapp 1.000 Binnenflüchtlinge in einer Schule in Kosewa, dem Rathaus, einem Kulturhaus und einer Internatsschule untergebracht. Daneben sind Teile der Hilfsgüter auch für das lokale Krankenhaus, sowie die ukrainische Armee vorgesehen, was über den örtlichen Pfarrer organisiert werden konnte. Nach Abschluss des Hilfstransport wurde dann der zweite Zweck des Transports eingeleitet und unser Mitarbeiter Bernhard Hackl nutzte seine Kontakte. Von der ukrainischen Seite konnte dadurch eine vierköpfige Familie, sowie aus einer, zur Flüchtlingsunterkunft umgewandelten, Schule in Zahony zwei weitere jeweils dreiköpfige Familien aufgenommen werden, mit dem Ziel diese in Unterkünfte in Zwiesel und Frauenau mitzunehmen. Die Szenen vor Ort waren sehr emotional, da sich die Familien bei Dunkelheit und vollkommender Unsicherheit auf unsere Mitarbeiter als Fremde verlassen mussten. Gegen 23.15 Uhr konnte dann die Rückreise angetreten werden. Die Fahrt verlangte dann von unseren Fahrern viel ab, da man zu diesem Zeitpunkt schon 21 Stunden unterwegs war und die Müdigkeit immer stärker wurde. Glücklicherweise gab es dann weder an der österreichischen, noch an der deutschen Grenze Probleme und die Flüchtlinge konnten um kurz vor 10 Uhr am Sonntag morgen von Helfern in Frauenau und Zwiesel begrüßt werden. Zu diesem Zeitpunkt gab es dann auch bei den ukrainischen Familien ein Lächeln und man verabschiedete sich von unseren Mitarbeitern.

Diese Aktion war ein wunderbarer Beweis, wie gut und pragmatisch interdisziplinäre Zusammenarbeit unserer Mitarbeiter funktionieren kann. Der Dank gilt dabei nicht nur den Fahrern, sondern auch allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie dem Betriebsfond, die in den letzten zehn Tagen an der Vorbereitung beteiligt waren oder den Transport mit Sach- und Geldspenden möglich gemacht haben. Wir sind stolz auf euch!

Des Weiteren bedanken wir uns bei der ASE-Bau GmbH und der Freiwilligen Feuerwehr Viechtach, die je einen Sprinter zu Verfügung gestellt haben. Zudem wurde von der ASE-Bau GmbH eine große Menge Nudeln sowie vom Netto Markt in Roding eine Geldspende gespendet.

 

Auf dem Foto zu sehen: v.l.n.r. Sandra Rank, Vorstand Christian Schmitz, Personalrat Martin Wagner, Manfred Jaud (ASE-Bau GmbH) und Personalrat Michael Probst sowie auf dem zweiten Bild 2.v.r. Sylvia Peter in Vertretung für den Betriebsfond

 






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