Besuchsmöglichkeiten in den Arberlandkliniken

Angesichts der weiter steigenden Corona-Neuinfektionen sprang die Krankenhaus-Ampel in Bayern vergangene Woche auf Rot. Auch im Landkreis Regen steigt die Zahl der stationären Covid19-Fallzahlen weiterhin an. In Folge dessen gelten in den Arberlandkliniken Zwiesel und Viechtach noch einmal verschärfte Regelungen für Patientenbesuche. Diese sind ab sofort nur noch unter der sogenannten „2G plus“ Voraussetzung möglich.



Besuche nur noch unter Voraussetzung der 2G-plus Regelung möglich

Besucher von Krankenhäusern müssen demnach neben dem bereits ohnehin erforderlichen Genesungs- oder Impfnachweis einen aktuellen Negativtest vorlegen. Ein vorgelegter negativer PCR-Test darf dabei nicht älter als 48 Stunden, ein Schnelltest nicht älter als 24 Stunden alt sein. Vor Ort durchgeführte Selbsttests werden nicht akzeptiert. Mit den verschärften Regelungen folgen die Arberlandkliniken den Regierungsvorgaben im Rahmen der mit Wirkung zum 15. November 2021 beschlossenen Änderung der Vierzehnte Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (14. BayIfSMV).

Weiterhin bestehen bleiben die regulären Besuchszeiten von 14:00 bis 19:00 Uhr. Auch die Anzahl der Besucher pro Patient und pro Tag ist weiterhin auf einen Besucher für maximal eine Stunde beschränkt. Nach wie vor werden auch die bisher gültigen Hygiene- und Schutzmaßnahmen, welche unter anderem das Tragen einer FFP2-Maske für Besucher und ambulante Patienten in allen Klinikbereichen, konsequente Händehygiene sowie das Einhalten des geforderten Mindestabstands (soweit möglich) von 1,5m beibehalten.

Ausnahmen gelten weiterhin für den Besuch von Palliativpatienten sowie für werdende Väter in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe - hier sind Besuche nach vorheriger Abstimmung mit den behandelnden Ärzten unter Einhaltung der 3G-Regelung (genesen, getestet oder geimpft) möglich. Der Besuch von Geschwisterkindern ist nicht mehr möglich. Als weitere Ausnahme gilt der Zutritt eines nicht geimpften / nicht genesenen Angehörigen von minderjährigen Patienten. Dieser kann weiterhin im Rahmen der Besuchszeit und unter Berücksichtigung der maximalen Besuchsdauer und Besucheranzahl unter Vorlage von mindestens einem PoC-Antigen Test (Schnelltest) erfolgen. Besuche bei Covid-19- Patienten sind nur im Einzelfall, abhängig von der gesundheitlichen Situation des Patienten und nur nach ärztlicher Freigabe mit fachlicher Begleitung, möglich.

Situation in den Kliniken besorgniserregend

Die seit Anfang November wieder deutlich steigenden Zahlen an Covid-19-Patienten machten es auch notwendig, erneut geplante operative Eingriffe abzusagen. Dies teilten die Verantwortlichen der Arberlandkliniken bereits am Mittwoch mit. Um Intensivkapazitäten für Covid-19-Patienten zu schaffen, ist der OP-Betrieb an beiden Klinikstandorten der Arberlandkliniken aktuell auf ausschließlich medizinische Notfälle beschränkt. Zusätzlich wurde in der Arberlandklinik Viechtach ein Konzept für den operativen Aufwachraum vorbereitet, um dort im Notfall eine zweite Behelfsintensivstation aufzubauen, sollte die Zahl der schwerstkranken Covid-19-Patienten noch weiter steigen. „Wir versuchen aktuell den Regelbetrieb so gut es nur geht aufrecht zu erhalten“, erklärt Dr. Günther Schmerbeck, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin in der Arberlandklinik Viechtach. Die Lage sei allerdings sehr besorgniserregend. Beide Häuser sind mit der Versorgung von Corona-Patienten stark belastet. Hinzu kommt, dass kapazitätsbedingte Verlegungen in andere Kliniken nur noch sehr schwer bis teilweise gar nicht mehr möglich sind. Auch hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Personals befindet man sich laut Schmerbeck mittlerweile an der 

Grenze des Machbaren: „Wir müssen immer bedenken, dass wir ein sehr beanspruchtes Personal haben, welches durch die ersten drei Wellen große und gute Arbeit geleistet hat, jetzt kräftetechnisch aber physisch und psychisch am Limit ist.“ 
 
In den Arberlandkliniken Zwiesel und Viechtach werden Stand Mittwoch Mittag insgesamt 43 Patienten aufgrund einer Covid-19-Infektion stationär behandelt. Davon sieben Patienten auf der Intensivstation. 25 Patienten sind nicht geimpft - 17 Patienten sind geimpft oder genesen. Während das Verhältnis der nicht geimpften Patienten zu den geimpften/genesenen Patienten auf den ersten Blick nahezu identisch zu sein scheint, sei es für eine aussagekräftige Interpretation zwingend notwendig, auch individuelle Umstände mit zu berücksichtigen. So sind beispielsweise 64 Prozent der nicht geimpften stationären Covid-19-Patienten in den Arberlandkliniken jünger als 71 Jahre alt. Der Anteil der unter 71 jährigen Covid-19-Patienten bei den vollständig Geimpften liegt mit lediglich 17 Prozent deutlich darunter. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass 83 Prozent und somit der deutlich überwiegende Teil der vollständig geimpften Covid-19-Patienten in den Arberlandkliniken älter als 71 Jahre alt ist und bei welchen der Impfschutz größtenteils bereits nachgelassen hat. 

Auch deshalb sei es besonders wichtig, dass sich die Bevölkerung für eine Impfung entscheidet – ob Erst- oder Auffrischungsimpfung. „Gerade bei älteren oder vorerkrankten Menschen kann die dritte Corona-Impfung das Infektionsrisiko deutlich reduzieren. Die Impfung ist der einzig sinnvolle Weg aus der Pandemie zurück in die Normalität“, so Schmerbeck. Denn das sei auch eine Solidaritätsbekundung für die Pfleger und Ärzte, die seit Monaten tagtäglich ihr Bestes geben, um die Corona-Patienten zu behandeln. 
 






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