# # #

Corona-Behandlung in den Arberlandkliniken

Informationen für Angehörige

Uns ist durchaus bewusst, dass es eine große Belastung darstellen kann, wenn man seine Angehörigen bei einem Aufenthalt in der Klinik nicht besuchen kann. Insbesondere, wenn der jeweilige Verwandte, Elternteil oder Partner an einer neuartigen Erkrankung, wie COVID-19, erkrankt ist. Wir haben uns in den Arberlandkliniken Gedanken gemacht und möchten Ihnen deswegen die Behandlung speziell dieser Patienten näher bringen.

Isolation

Patienten, die an COVID-19 erkrankt sind, müssen in strikter Isolation behandelt werden, um einer weiteren Verbreitung der Erkrankung vorzubeugen. In der Klinik geht es insbesondere darum, andere Patienten, Besucher und Personal vor den Keimen des Isolierten zu schützen.

Grundlegend stellt eine Isolation eine räumliche Barriere dar, durch die eine Übertragung spezieller Erreger vermieden werden soll. Die Isolation geht immer mit dem Tragen von Schutzkleidung einher, die ebenfalls für die Keime eine Barriere darstellt. Daher können Pflegepersonal und Ärzte das Zimmer von COVID-19 Patienten nur mit ausreichender persönlicher Schutzausrüstung betreten. Diese besteht aus folgender Ausstattung: 

  • Atemschutzmaske (mindestens sog. FFP-2-Maske) Schutzhandschuhe
  • Langärmlicher wasserfester Schutzkittel (bei direktem Patientenkontakt)
  • Geeignete Schutzbrille oder Visier (bei direktem Patientenkontakt)

Normalstation

Auf den Normalstationen werden COVID-19-Patienten behandelt, die keine invasive Beatmung (mehr) brauchen, jedoch ärztliche Betreuung benötigen (beispielsweise nach Entlassung auf der Intensivstation).

Jeder Patient wird hier einzeln im Zimmer isoliert und kann dieses nur im Ausnahmefall (z.B. zu bestimmten Untersuchungen) verlassen. Dies kann insbesondere auch zu einer hohen psychischen Belastung für die Patienten – wie auch für die Angehörigen – führen, da insbesondere bei den COVID-19-Patienten aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr und der Knappheit der Schutzmaterialien keine Besuche stattfinden können. 

Intensivstation

Auf der Intensivstation werden vorrangig Patienten behandelt, bei denen eine invasive Beatmung notwendig ist. Ab dem Zeitpunkt, ab dem ein Patient wirklich invasiv beatmet werden muss, müssen sämtliche Körperfunktionen der Patienten durch Maschinen sowie das Zutun von Ärzten und Pflegern übernommen werden. Vitalparameter, der Kreislauf, Ernährung und Versorgung mit Flüssigkeit übernehmen Schläuche und Medikamente. Gerade dies macht die Behandlung der beatmeten Patienten so herausfordernd.

Die Vitalwerte der beatmeten Patienten werden lückenlos am Monitor dargestellt und überwacht.

Lagerung von beatmeten Patienten

 

Die Lagerung beatmeter Patienten erfolgt in Realität in kompletter persönlicher Schutzausrüstung. Um Material zu sparen wurde für die Fotos explizit darauf verzichtet.

Vielen herzlichen Dank an unsere Kollegin, Mitarbeiterin der Intensivstation, Hendrijke Scheffler, die für die Fotos in die Rolle des "Patienten" geschlüpft ist!

 

Die Besonderheit innerhalb der Behandlung dieser Patienten, die über einen längeren Zeitraum beatmet werden müssen, stellt die abwechselnde Lagerung in Bauch- und Rückenlage dar.

Die Bauchlagerung dient der besseren „Belüftung“ der Lunge, so kann die künstliche Beatmung, die über Schläuche erfolgt, auch die rückenwärts gelegenen Lungenregionen „erreichen“ und damit zu einer besseren Sauerstoffversorgung des Körpers beitragen. In der Arberlandklinik Viechtach werden die Patienten in der Regel 16 Stunden in Bauchlage gelagert sowie anschließend acht Stunden am Rücken.

Insbesondere der Vorgang der Lagerung ist körperlich sehr anstrengend, zudem müssen die Mitarbeiter sehr konzentriert arbeiten – während des gesamten Lagerungsvorgangs sind Vitalparameter engmaschig zu überwachen, da Medikamente verabreicht werden müssen, die den Kreislauf weiterhin stabil halten. Mindestens drei Personen sind hierfür notwendig. Die Lagerung eines Patienten dauert rund 30 bis 45 Minuten.

Mit welchen "Schläuchen" müssen beatmete Patienten eigentlich ausgestattet werden?

  • Beatmungsschlauch  
  • Zentraler venöser Zugang (ZVK)
  • Magensonde
  • Arterielle Blutdruckmessung

„Entwöhnung“ des beatmeten Patienten

Nach aktueller Erfahrungslage benötigen die Patienten mindestens 200 Stunden Beatmungszeit bis sie soweit genesen sind, um langsam „entwöhnt“ zu werden. Der Begriff „Entwöhnung“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Patienten ihre eigene Atmung wieder trainieren müssen.

Dies bedeutet, dass eine Narkose langsam reduziert wird, sobald anhand der Werte absehbar ist, dass sich der Zustand des Patienten bessert. Insbesondere die entsprechenden Blutgaswerte und die Sauerstoffsättigung weisen hierauf hin. Bis zu einer weiteren Genesung werden die Patienten weiterhin nicht-invasiv beatmet – zur Unterstützung der eigenen Beatmung – welche anschließend mehr und mehr reduziert wird.

Welche Medikamente werden gegeben?

Für die Behandlung von COVID-19-Patienten gibt es keine medikamentöse Standardtherapie. Insbesondere unsere Ärzte stehen in engem Austausch zu ärztlichen Kollegen aus anderen Kliniken, welche ebenfalls COVID-19-Patienten behandeln. So lässt es sich in gegenseitigem Austausch von den gemeinsamen Erfahrungen profitieren. 

Typische Änderungen der Lunge

Auch für Laien sind die typischen COVID-19-Veränderungen in der Lunge sichtbar. Die typischen Veränderungen muten wie weiße Schatten auf der Lunge an, die michglasartige Verdichtungen darstellen und charakteristisch für eine Coronavirus (SARS CoV-2)-Infektion sind. Sie stellen die Veränderung im Lungengewebe dar, welche das Virus hervorgerufen hat.

Für einen Patienten, dessen CT-Bild folgendermaßen anmutet, bedeutet dies, dass er schon sehr schlecht Luft bekommt:

Auch bei Abklingen der Erkrankung ergeben CT-Bilder ganz eindeutige Veränderungen

 

 

Die vollständige Genesung von einem schweren COVID-19-Erkrankungsverlauf ist mühsam für den Patienten und dauert sehr lange.
Arberlandkliniken - Günther Schmerbeck
Chefarzt

Dr. med. Günther Schmerbeck

Chefarzt
Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin
Zusatzbezeichnung: Notfallmedizin
Arberlandkliniken - Jana Riedl
Chefärztin

Dr. med. Jana Riedl

Fachärztin für Innere Medizin
Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Arberlandkliniken - Ulrich Valta-Seufzer
Chefarzt

Dr. med. Ulrich Valta-Seufzer

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Zusatzqualifikation: Interventionelle Kardiologie (DGK)
Zusatzqualifikation: Aktive Herzrhythmusimplantate (DGK)
Arberlandkliniken - Zuzana Zelenska-Stadler
Leitende Oberärztin
MUDr. Zuzana Zelenska-Stadler
Fachärztin für Innere Medizin, Intensivmedizin, Kardiologie und Interventionelle Kardiologie
Arberlandkliniken - Tilmann Werner, MHBA
Oberarzt
Dr. med. Tilmann Werner, MHBA
Master of Health Business Administration (MHBA)
Facharzt für Anästhesiologie
Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
Zusatzbezeichnung Palliativmedizin
Pain Care Manager (Univ.)
OP-Manager (IHK)
Arberlandkliniken - Manuela Schmuderer
Bereichsleitung Innere
Manuela Schmuderer
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Arberlandkliniken - Michael Probst
Bereichsleitung Anästhesie und Intensiv
Michael Probst
Gesundheits- und Krankenpfleger